Freitag, 27. Februar 2015

Wolfpakk - Rise Of the Animal

Band: Wolfpakk
Album: Rise Of The Animal
Spielzeit:  58:49 min.
Plattenfirma:
Afm Records (Soulfood)
Veröffentlichung: 27.02.2015
Homepage: http://www.wolfpakk.net/index.php/de/



Wertung: 8 von 10 Punkten


Tracklist:

01. Riders Of The Storm
02. Sock It To Me
03. Monkey On Your Back
04. Highlands
05. Black Wolf
06. Somewhere Beyond
07. Running Out Of Time
08. Grizzly Man
09. High Roller
10. Rise Of The Animal
11. Universe



Also wer der Meinung ist das "Uns Tobi" bei seinen Avantasia-Projekten immer zu arg auf die Kacke haut was das Namedropping und die Gastmusiker angeht, der soll sich bei dem dritten Wolfpakk-Album mal ganz fest anschnallen. 
1,2,3 und los gehts:

Vocals: Michael Kiske (ex-Helloween, Unisonic), Andi Deris (Helloween), Ted Poley (Danger Danger), Joe Lynn Turner (ex-Rainbow/Deep Purple), Rick Altzi (Masterplan), David Reece (ex-Accept), Charlie Huhn (Foghat/, ex-Gary Moore), Don Dokken (Dokken), Marc Storace (Krokus), Michaela Schober, Jean-Marc Viller (Callaway) 

Bass: Bob Daisley (ex-Black Sabbath/Gary Moore), Al Barrow (Magnum), Barend Courbois (Blind Guardian). 

Gitarre: Jeff Watson (Night Ranger), Ryan Roxie (Alice Cooper), Bernie Torme (Ozzy Osbourne), John Norum (Europe), Doug Aldrich (ex-Whitesnake/Dio/Foreigner), Axel Rudi Pell, Martin Rauber. 

außerdem: Chris Ivo (Jaded Heart; Keyboards), Pablo Allen (Skiltron; Dudelsack) Drums: Mike Terrana (Tarja Turunen), Mark Schulman (Billy Idol, Foreigner), Simon Philips (ex-Toto), Chris Slade (ex-AC/DC), Gereon Homann. 

....wieder erholt? Das ist schon eine Hausnummer, wer sich hier alles Instrumente und Mikro gegenseitig in die Hand drückt. Meist sind solche Allstar-Projekte durchaus mit Vorsicht zu genießen und entsprechen nicht selten so gar nicht den Erwartungen. Michall Voss wäre aber nicht Vossibär, wenn er aus der Mischung an Hochkarätern auch ein entsprechendes Album fabriziert hätte und das ist "Rise Of The Animal" auf jeden Fall.

Die Eröffnungsnummer beginnt im besten "Painkiller"-Stil und erinnert auch etwas an Primal Fear.  Auf "Sock It To Me " ist Krokus-Haudegen  Marc Storace zu hören, der dem straighten Rocker das gewisse Etwas verleiht. Er ist auch im Video zu sehen (siehe unten).
Leider ist dem Presse-Info nicht beigefügt, wer auf welchem Song singt oder spielt, so dass man das als Reviewer ohne physische CD leider nur erraten kann.

Auf dem mit (echten??) Dudelsäcken versehenen "Highlands" ist jedoch unverkennbar Joe Lynn Turner vertreten, seine Stimme ist doch sehr charakteristisch.

 Trotz der vielen Mitmusikanten wirkt die Scheibe wie aus einem Guss und nicht wie Flickwerk. Die Abwechslung bleibt aber trotzdem nicht auf der Strecke. So wechseln sich stampfende Banger der Marke "Black Wolf" mit eingängig-melodischem ala "Running out of Time" ab und auch der "Grizzly Man" gibt sich die Ehre.
"Somewhere Beyond" hat dann sogar leichte Anleihen bei Blind Guardian genommen.

Wer auf  dem Titelsong seine Stimmbänder einsetzt braucht man beim Hören wohl niemandem zu sagen. Da schwebt Meister Kiske wieder ein und singt alles, was sich ihm in den Weg stellt, nieder. Der Mann hats nach wie vor drauf, egal ob er das nun aus vollster Überzeugung singt oder nicht. Der Song könnte auch auf einer Avantasia - CD enthalten sein. Sehr gut und speedbetont mit langsamen Mittelteil. Ein würdiger Titeltrack.

Wer dann noch abschließend Lust auf eine Frauenstimme hat, dem sei ebenfalls geholfen. Musical-Star Michaela Schober (Tanz der Vampire) ist auf dem hymnischen "Universe" zu hören und liefert eine unaufdringliche aber dennoch hochwertige Performance ab. Die Gitarrenparts erinnern teilweise an seelige Queen-Zeiten.

Alles in allem eine Scheibe ohne große Schwachstellen. Vielleicht fehlen ein oder zwei Übersongs, aber dennoch ist "Rise Of the Animals" uneingeschränkt zu empfehlen und den Kauf auch wert!

Martin




 

 


Donnerstag, 26. Februar 2015

Hundred Seventy Split - The Road


Band : Hundred Seventy Split
Album : The Road
Spielzeit : 72:33 + 46:33 Min.
Plattenfirma : Corner House Records
Veröffentlichung : 13.02.2015
Homepage : www.hundredseventysplit.com

Wertung : 9 von 10

Trackliste : 

CD1

  1. Where The Blues Began
  2. Pork Pie Hat
  3. Let The River Flow
  4. The Smoke
  5. Gonna Dance On Your Tombstone
  6. Going Home
  7. Fifty Thousand Miles Beneath My Brain
  8. Love Like A Man
  9. The World Won't Stop
  10. The Sound Of Goodbye
  11. The Devil To Pay
CD2

  1. Good Morning Little Schoolgirl
  2. Poison
  3. No Deal
  4. Tennessee Plates
  5. Do You Wish You Were At Woodstock
  6. I'm Going Home
  7. Bad Blood
  8. King Of The Blues

Ich stelle mir ja manchmal diese gewissen Fragen wie: Sind die ehrenwerten Pfade unserer geliebten Rockmusik nicht längst total ausgelatscht ? Ist nicht der Pioniergeist der Bands bzw. Musiker, die wir seit Generationen verehren, lange schon der nüchternen Wiederbelebung Ihrer Vermächtnisse durch plagiierende Nachfolger gewichen ? 

So gesehen sicherlich richtig, aber schmeckt Mutters Erbsensuppe nicht auch mit jedem Jahr besser ? 

Und genau deshalb kann eine Platte wie die der Briten Hundred Seventy Split, auf der genau dieses Aufkochen alter Songs mit Hingabe vollzogen wird, einen durchaus positiven Geschmack hinterlassen. Nämlich dann, wenn Kunst auf Spielfreude trifft und beide einen tollen Tag und fähige Tontechniker erwischen.

So geschehen auf dem aktuellen Livedokument The Road, einer Doppel-CD voller Klassiker der ehemaligen Band zweier Protagonisten von Hundred Seventy Split. Die Rede ist von  Ten Years After, Bassist Leo Lyons gründete die Band 1960 zusammen mit dem 2013 verstorbenen Alvin Lee (R.I.P.) und führte diese noch bis vor Kurzem in verschiedenen Besetzungen fort. Dazu gehörte unter anderem Sänger und Gitarrist Joe Gooch, dessen wunderbares Organ und Gitarrenspiel wir auf der vorliegenden CD bewundern dürfen. Im Grunde ist also die Band Hundred Seventy Split eine weitere Inkarnation von TYA.
Um jedoch sämtlichen Missverständnissen vorzubeugen, sei erwähnt, dass die Band nebst erwähnter Klassiker ebenso hörenswerte Nummern ihrer bisher erschienenen HSS-Studioalben The World Won't Stop (2010) und Hundred Seventy Split (2014) in der Setlist hatte. 


Und so bekommen wir die Ohren mit einem ganz feinen Rock mit immer wiederkehrendem Bluesfundament, quasi mit dem "Soundtrack of my Life" (Originalton Leo Lyons) einer Band gepudert, die Vergangenheit und Gegenwart zu kombinieren weiss. Typisch für Powertrios auch der Sound der Jungs. Reduziert auf's Wesentliche und sehr kraftvoll punchen und jammen sich Hundred Seventy Split durch sämtliche Songs und nehmen sich immer wieder die Zeit für Soloeinlagen. So brilliert Joe Gooch im knackigen Going Home mit einem ausufernden Gitarrensolo und liefert Drummer Damon Sawyer in Let The River Flow ein anfänglich etwas holpriges Trommelsolo ab. Ausflüge dieser Art gönnen sich die über sämtliche Zweifel erhabenen Musiker glücklicherweise immer wieder und machen dem Publikum als auch dem Hörer vor der Anlage eine Riesenfreude. 

Getragen vom präzisen und abgrundtiefen Bass Leo Lyons' im Zusammenspiel mit einem punktgenauen Schlagzeug gehören die Momente wie so oft natürlich der Gitarre. Joe Gooch zelebriert sein unfassbares Können immer und immer wieder. Ich kann mich an seinen Einlagen gar nicht satt genug hören und bin einfach nur stinksauer, nicht vor der Bühne gestanden zu haben.



Glücklicherweise haben wir mit dem Doppelpack aber einen perfekt klingenden Zusammenschnitt der letztjährigen Tour vorliegen, der wie ein am Stück mitgeschnittenes Konzert rüberkommt und nichts anderes tut als Freude zu bereiten.

Ich bin ehrlich, die alten Songs haben es mir von Anfang an angetan und gehören zu meinen Highlights. Love Like A ManI'm Going Home oder Fifty Thousand Miles Beneath My Brain entfachen noch immer eine Faszination, der ich mich nur äusserst schwer entziehen kann. Ich bin mir aber absolut sicher, dass jüngere Songs wie The Sound Of Goodbye oder Gonna Dance On Your Tombstone alsbald nachziehen werden.

In diesem Sinne.


Bernd Fischer

Donnerstag, 19. Februar 2015

Led Zeppelin - Physical Graffity (3 CD 40th Anniversary Edition)

Band: Led Zeppelin
Album: Physical Graffity (3 CD 40th Anniversary Edition)
Spielzeit: CD1: 39:27 min  /  CD2: 43:36 min / Companion Disc: 41:26 min

Plattenfirma: Atlantic Records / Swan Songs Records / Warner Music Entertainment
Veröffentlichung: 20.02.2015
Homepage: ledzeppelin.com



Wertung: 
Die wohl beste Led Zeppelin Scheibe im 
edlen Re-Issue-Format!



Tracklist:


Disc 1 - CD [2014 Remaster of Original Album]:
01. Custard Pie
02. The Rover
03. In My Time Of Dying
04. Houses Of The Holy
05. Trampled Under Foot
06. Kashmir



Disc 2 - CD [2014 Remaster of Original Album]:

01. In The Light
02. Bron – Yr Aur
03. Down By The Seaside
04. Ten Years Gone
05. Night Flight
06. Wanton Song
07. Boogie With Stu
08. Black Country Woman
09. Sick Again



Disc 3 – CD [Companion Audio Disc – Unreleased Studio Outtakes & Rough Mixes]:
01. Brandy & Coke [‘Trampled Under Foot’ – initial rough mix]
02. Sick Again [early version]
03. In My Time Of Dying [initial rough mix]
04. Houses Of The Holy [rough mix with overdubs]
05. Everybody Makes It Through [‘In The Light’ - early version / in transit]
06. Boogie With Stu [Sunset Sound mix]
07. Driving Through Kashmir [‘Kashmir’ rough orchestra mix]








Und weiter geht es Schlag auf Schlag mit den Led-Zep-Reissues. Diesmal steht das 1975er Doppelalbum "Physical Graffity" an. Jeder hat ja so sein Led Zeppelin Lieblings-Album und dieses Monumentalwerk ist mein persönliches Highlight der Zeppelin'schen Discographie. Waren die Luftschiffe ja schon immer an vorderster Front dabei, was Abwechslungsreichtum angeht, so wird mit diesem Album wohl der Vogel abgeschossen. Die Kreativität kannte keine Grenzen, so dass das Ganze sogar für ein Doppelalbum ohne jegliche Schwachstelle ausreichte.

Wer Heavy-Rock braucht , ist beim Opener "Custard Pie" oder im "Wanton Song"  gut aufgehoben,den Heavy-Bluesern wird "In My Time of Dying" wohlige Schauer über den Rücken jagen. Wer es etwas ruhiger haben möchte, der ist beim Country- und Reggae-beeinflussten "Down By The Seaside" gut aufgehoben. Psychedelisch beginnt "In The Light", steigert sich am Schluss jedoch noch hin zu  einer orgiastische Hymne.

Über allem thront jedoch DIE Zeppelin'sche Hymne schlechthin, das atemberaubende "Kashmir". Was für ein Song! Für mich das beste Led Zeppelin Stück, das es gibt. Ein Wahnsinn, mit welcher Hingabe sich Plant zu dem orientalischen Orchester gesellt und Jimmy Page seine Gitarrenriffs drüberlegt. Atemberaubend erhaben!

Die Scheibe klingt wie aus einem Guss, obwohl einige Ideen von Sessions zu vorherigen Alben stammen, was man aber in keinster Weise hört. An Abwechslungsreichtum kommen hierbei wohl nur noch Queen heran. Ist man beim flott-coolen Rausschmeisser "Sick Again" angekommen will man sofort wieder die Repeat-Taste drücken. Bei einem Doppelalbum ein wirklich gutes Zeichen, die Zeit vergeht aufgrund der allerorten vorhandenen Abwechslung wie im Fluge. Es ist eine richtige Abenteuerreise, auf die man sich beim Hören dieser Scheibe begibt.

Für die harten Fans natürlich am Wichtigsten: Wie ist der Sound ? Was gibt es an Bonusmaterial und wie ist die Aufmachung ?
Soundtechnisch ist das Remastering jetzt nicht ganz so spektakulär wie die bereits erschienenen Vorgänger, was wohl auch daran liegt, dass sich die Originalscheibe bereits auf allerhöchstem Niveau befand. Zum Glück hat Meister Page, der wiederum das Ganze höchstpersönlich begleitet hat, nicht den Fehler gemacht und Remastering mit "nur lauter" gleichgesetzt. Im Gegenteil, der Sound kommt schön ausgewogen und kaum lauter aus den Lautsprechern als bei der bisherigen Veröffentlichung, dennoch kommt einem manches einen Zacken knackiger vor. Dezent aber gut verbessert!

Die Companion Disc als Disc 3 liefert zwar einmal mehr keine GANZ neuen Tracks aber es sind erneut Sachen dabei, die es einem Die-Hard-Fan schwer machen dürften, an der Veröffentlichung vorbeizugehen.
Allem voran würde ich in vorliegendem Fall die "In The Light Early Version" , hier betitelt mit "Everybody Makes It Through". Der Anfang ist hierbei wirklich komplett anders als beim fertigen Song, erst später nimmt er seine bekanntere Form ein. "Kashmir" kommt mit einer etwas mehr orchesterbetonten Fassung zum Zuge. "Sick Again" kommt in einer heftigen instrumentalen Rohfassung schön rauhbeinig rüber. Bei den übrigen Stücken muss man schon etwas genauer hinhören, um die feinen Unterschiede zu erkennen. Es macht aber durchaus Laune, die verschiedenen Versionen nacheinander zu hören.

Das Artwork des mir vorliegenden 3-CD-Deluxe Sets ist der Vinylausgabe nachempfunden, also mit den ausgestanzten Fenstern und dem Inlay wie bei der Doppel-Lp. Wunderschön detailliert gemacht. Man sollte nur pfleglich damit umgehen, aber das macht man als Sammler doch seit jeher oder? Das Booklet liefert einige schöne Studio- und Livefotos in Farbe sowie schwarzweiß. Äußerst stilvoll aufgemacht.

Es ist für jeden Geldbeutel und Geschmack wieder eine Version vorhanden. Entweder man greift auf das Vinyl zurück, das "Normale" Doppel-CD Set, die 3-CD-Version oder gar dasSuper-Deluxe Boxset, das folgendes beinhaltet:


o Remastertes Doppelalbum auf CD im replizierten Original-Cover.
o Companion-Audio auf CD im Pappschuber mit neuer Cover Gestaltung.
o Remastertes Doppel-Album auf 180g-Vinyl im Cover der Erstpressung.
o Companion-Audio auf 180g-Vinyl in einer Hülle mit neuer Cover Gestaltung.
o High-Definition Audio Download-Card mit allen Inhalten in 96kHz/24 bit-Auflösung.
o 96-seitiges, gebundenes Buch mit selten oder nie gezeigten Fotos und Memorabilien.
o Hochqualitativer Druck des Original-Album-Covers, von denen die ersten 30.000     

   Exemplare individuell nummeriert sind.

Hier die einzelnen Versionen noch im Bild:

Doppel CD:
Doppel-LP:


3 CD Version:
3 LP Version:



Super Deluxe Boxset:  




Hier sollte somit jeder fündig werden. Wer das Teil noch nicht im Original hatte sollte dies nun schleunigst nachholen. Harte Fans stellen es sich aber auch ohne mit einer Wimper zu zucken ein Weiteres Mal ins Regal. Es lohnt sich!


Martin









Mittwoch, 18. Februar 2015

Kid Rock - First Kiss

Band: Kid Rock
Album: First Kiss
Spielzeit: ?? min. (nur Stream zur Verfügung gehabt)
Plattenfirma: Warner Music
Veröffentlichung: 20.02.2015
Homepage: www.kidrock.com

WERTUNG: 8,5 von 10


Tracklist:
1. First Kiss
2. Good Times, Cheap Wine
3. Johnny Cash
4. Ain't Enough Whiskey
5. Drinking Beer With Dad
6. Good Times Lookin' For Me
7. Best Of Me
8. One More Song
9. Jesus And Bocephus
10. FOAD (Bonus Track)
11. Say Goodbye (Bonus Track)

Ich hoffe mal nicht, dass ich euch KID ROCK noch groß vorstellen muss. Denn neben seiner "Tätigkeit" als Ex von Pamela Anderson hat er ja doch schon so einige Top Ten Hits weltweit gehabt. Zumindest "All Summer Long" dürfte jeder von euch schon im Radio gehört haben. Und genau dieses Stück ist der richtige Aufhänger zum neuen Album "First Kiss". Denn die Zeit als KID ROCK noch rebellisch Southern Rock mit HipHop mixte ("American Bad Ass") sind lange vorbei. Wie bereits auf dem Vorgänger "Born Free" zu hören, konzentriert sich der mittlerweile 44-jährige immer stärker auf klassische Country Musik. Aber, und da unterscheidet er sich doch noch von den meisten, mit einem modernen Anstrich, gerade was die Percussion angeht. 


Doch kommen wir zu den Songs auf "First Kiss". Der Opener und Titelsong lässt einen schön von der Vergangenheit träumen, als man noch Teenager war, also im Grunde das gleiche Erfolgsrezept wie bei "All Summer Long" - und es geht wieder auf, wenn mir persönlich auch der allerletzte Kick fehlt. Doch das BRYAN ADAMS Eröffnungsriff sorgt auf alle Fälle für ein breites Grinsen im Gesicht. "Good Times, Cheap Wine" hat dann viel mehr Country-Pop Schlagseite und hätte in den 80ern auch von BILLY RAY CYRUS stammen können. Irgendwie ganz nett und dass Country Music momentan auch in Europa angesagt ist, beweisen ja die Holländer THE COMMON LINNETS. Das folgende "Johnny Cash" präsentiert dann aber KID ROCK in absoluter Höchstform. Diese genialen Hooks, dieser gute Laune-Sommer-Feeling Sound und der irre eingängige Refrain und schon haben wir einen Hit, der bei mir sicher auf so mancher Sommer Party laufen wird. Einfach nur geil. Bei "Ain't Enough Whiskey" gibt es dann gleich leichte Blues Rock Anleihen und ein weiterer Kneipen-Mitsing-Song ist kreiert. Macht Spaß. 

Ein wenig zu viel klassischer HANK WILLIAMS lässt das folgende "Drinking Beer With Beer" für meine Ohren dann doch zu zuckersüß und pathetisch werden. Aber im Grunde macht KID ROCK hier auch nicht wirklich viel verkehrt. Denn seine Jünger werden davon begeistert sein. Ach ja, weitere Stücke, die unbedingt zu erwähnen sind, sind das ruhige aber vollkommen gelungene "Best Of Me" und der zweite Bonustrack "Say Goodbye". Bei beiden Liedern zeigt KID ROCK, dass er einfach irre gute Songs schreiben kann. Ach ja, und für die Schimpfwörter-Quote des Albums sorgt dann "FOAD" (Fuck Off And Die), welches ähnlich wie bei TENACIOUS D diese in einen sanften Song verpacken. "First Kiss" ist also definitiv eine sichere Bank für alle Southern Rock-Country Liebhaber geworden, bei dem mir persönlich der Rock Anteil etwas zu kurz ausfällt. Doch wer auf Bands wie 38 SPECIAL oder die VANZANT Brüder steht, darf blind zugreifen.

Ach, mein letzter Wermutstropfen ist das in meinen Augen leider unsäglich billig wirkende Coverartwork geworden. Aber das macht in der heutigen Zeit der Downloads wahrscheinlich einfach nicht mehr soviel aus. Guten Gewissens kann ich hier also fette 8,5 Punkte zücken und bin mir sicher - der Sommer kommt bald.  
    
Markus




Montag, 16. Februar 2015

Danko Jones - Fire Music

Band: Danko Jones
Album: Fire Music
Spielzeit:  36:08 min.
Plattenfirma:
Bad Taste Records (Soulfood)
Veröffentlichung: 06.02.2015
Homepage: www.dankojones.com



Wertung:  7,5 von 10


Tracklist:


01. Wild Woman
02. The Twisting Knife
03. Gonna Be A Fight Tonight
04. Body Bags
05. Live Forever
06. Do You Wanna Rock
07. Getting Into Drugs
08. Watch You Slide
09. I Will Break Your Heart
10. Piranha
11. She Ain't Coming Home


Danko Jones ist schon eine extrem cool-lässige Sau. Mit seiner Mucke macht er keine Gefangenen und haut in schöner Regelmäßigkeit geil rockende Alben unters Volk ohne Schnörkel und doppelten Boden. Freunde des straighten Riffrocks ala Motörhead & Co kommen somit fast immer auf ihre Kosten. Die Chance dass der sympathische Kanadier auswimpt sind in etwa so hoch wie der dass Bon Jovi wieder Rockmusik machen - also gleich NULL.
So auch beim neusten Werk "Fire Music", dass in gut 35 Minuten kurzweiliges Rockervergügen bietet und nur dazu herausfordert die "Repeat"-Taste zu drücken.

"Wild Woman" startet mit einem unendlichen Powerchord-Riff und gibt die Marschrichtung vor. Der Gesang unseres Hauptprotagonisten erinnert mich teilweise an James Hetfield. Irgendwie klingt das Ganze ab und an wie Motörhead nur mit gutem Gesang und ansprechender Produktion.

Zum Sound muss ich jedoch sagen, dass der sich kurz vor dem Übersteuern bewegt, kann aber auch an der mp3 download-Version liegen, da wage ich nun mal kein anschließendes Urteil. Trotz des engen stilmäßigen Korsetts wird die Platte selten langweilig, es sind SOngs in verschiedenem Tempo geboten und mit "I Will Break Your Heart" auch eine leicht ruhigere Nummer im Repertoire vertreten.

Coole Abgehnummern wie "Gonna Be A Fight Tonight" (hier sehe ich die pogende Fanmenge vor meinem geistigen Auge) und das obercoole, mit an Living Color erinnernden Funkriffs bedachte "Do You Wanna Rock" (ich schreie mal "JA" zurück! Video siehe unten) werden aus dem Danko'schen Liveset bald nicht mehr wegzudenken sein und man darf sich auf die kommende Tour freuen, die die Truppe auch wieder nach Germany führen wird.

Am Schluss haben sich zwar mit "Piranha" und "She Ain't coming Home" noch ein paar weniger starke Nummern eingeschlichen, die das insgesamt hohe Niveau jedoch nicht allzusehr herabziehen. Ob nun mit "Getting Into Drugs" eine Lobeshymne auf Drogen textlich unbedingt nötig war wage ich mal zu bezweifeln (ich kann mich auch täuschen aber kritisch kommen mir die Lyrics hierbei nun nicht vor-vielleicht ja auch "nur" autobiographisch) aber das nur nebenbei.

Danko Jones sind nach wie vor eine Macht und beweisen dies mit "Fire Music" einmal mehr aufs Neue. Dass die Erfolgskurve nach oben zeigt, beweist auch die Vielzahl an unterschiedlichen Formaten der Scheibe (inklusive einer limitierten Sammlerbox).

Well done Danko Jones!

Martin


Sonntag, 15. Februar 2015

Gingerpig - Ghost On The Highway

 

Band : Gingerpig
Album : Ghost On The Highway
Spielzeit : 42:29 Min.
Veröffentlichung : 20.02.2015
Plattenfirma : MIG / Suburban Records
Homepage : www.gingerpig.nl
Wertung : 8 von 10

Trackliste :



  1. The Nature Of The Fool
  2. Five River Swamp 
  3. Stay Down
  4. Hear Me
  5. Ghost On The Highway
  6. Brace Before The Fall
  7. Burning Up The Road
  8. A Lifetime Of Murder
  9. The Dog At The Gate
  10. Dance On The Vulcano (CD Bonus)

- Geht Dir das karnevalistische Treiben dieser Tage einfach nur auf den Wecker ?
- Brauchst Du mal eine Auszeit von Pappnasen und künstlichem Dauerknuddeln ?
- Möchtest Du Dich mal ein wenig in die Welt der Rockmusik mit Tiefgang verdrücken ? 

Dann solltest Du Dir schleunigst die Platte der Holländer Gingerpig besorgen.

Denn die Band um Sänger und Ex-Gorefest-Gitarrist Boudewijn Bonebakker kennt nur eine einzige Grenze, die da heisst „Musik machen“. Ansonsten sind Gingerpig für sämtliche Einflüsse offen, und das hört man auch. Bonebakkers melancholisch-gequälter Gesang erinnert an einen Mix aus dem jungen Chris Cornell meets Peter Panka (Jane, R.I.P.).


Resultat ist ein verdammt starkes Stück Rockmusik, dessen Wurzeln sowohl im bluesigen Hardrock der 70/80er Jahre mit gelegentlichen Ausflügen zum Fusion-Funk und Metal liegen. Insgesamt also eine krude Mixtur von Stilen, Vergleiche mit Soundgarden, King's X oder Rage Against The Machine sind daher gut gemeint, kratzen den eigenständigen Gingerpig-Sound aber allenfalls oberflächlich an.


Das Schöne am Ghost On The Highway getauften Album ist, dass es mit all seinen Zutaten zwar etwas holprig, auf den ersten Blick gar sperrig wirkt, dafür aber viele Facetten bietet. Songs wie The Nature Of The Fool oder Five River Swamp grooven schön drauflos und laden durchaus zum Mitnicken ein. Stay Down und das doomig schleppende Hear Me überzeugen gar mit fett funkenden Tom Morello-Gedächtnisriffs. Dabei begleitet die tiefergelegte Gitarre Bonebakkers die leicht bedrückte Grundstimmung seines tollen Organs mal mehr, mal weniger.



Die niederländische Stilfvielfalt schwappt mit Lifetime Of Murder dann gar bis in die Schweiz, indem man tatsächlich für einen kurzen Moment denkt, Krokus (und um in Australien zu landen, selbstredend auch AC/DC) wären in die Trackliste reingerutscht. Dance On The Vulcano setzt dann für die Käufer der CD-Ausgabe (warum eigentlich nur für Die ?) den Schlusspunkt, der mich ein wenig an die norwegischen Band Madrugada erinnert, womit sich der Kreis der gedrückten Stimmung schliesst.

Ghost Of The Highway ist alles in Allem also kein Album zum Relaxen geworden. Die Scheibe scheint auf den ersten Blick ein wenig spröde, und dieser Eindruck verfestigt sich in der Endabrechnung. Der Hörer darf sich aber Einiges erarbeiten und so bleibt mir nicht weniger übrig, als Euch eine nachhaltige Platte zu empfehlen, die in ein paar Jahren sicher auch noch "Spaß" macht.


Viel Spaß

Bernd Fischer

Donnerstag, 12. Februar 2015

JOOLS HOLLAND & HIS RHYTHM & BLUES ORCHESTRA - Sirens Of Song

Band: Jools Holland & His Rhythm & Blues Orchestra
Album: Sirens Of Song
Spielzeit: 47:46 min.
Plattenfirma: East West Records
Veröffentlichung: 30.01.2015
Homepage: www.joolsholland.com

WERTUNG: 9 von 10


Tracklist:
1. Ruby Turner - Jumpin´ In The Morning
2. Joss Stone - Letting Me Down
3. Emeli Sandé - Love Me Or Leave Me
4. Louise Marshall - A Vow
5. Amy Winehouse - Monkey Man
6. Kylie Minogue - Should I Stay Or Should I Go
7. Mabel Ray - Sweet Bitter Love
8. Laura Mvula - See-Line Woman
9. Rumer - Lost Mind
10. Imelda May - Top To Bottom Boogie
11. KT Tunstall - Night And Day
12. Melanie C - I Wish
13. Ruby Turner - I Still Went Wrong
14. Eartha Kitt - Ain´t Misbehavin´

Heute habe ich für euch mal ein Schmankerl gefunden, welches eher wenig mit Rock zu tun hat. Aber mit Stilrichtungen, die demselben durchaus so manche Inspiration gegeben haben. Denn was der Musiker und BBC2 Moderator Jools Holland (Later with Jools) auf "Sirens Of Song" zelebriert, ist Soul, Rhythm & Blues, Jazz und Swing. Seit Ende der 70er Jahre im Geschäft, weiß Mr. Holland natürlich wo der Hase langläuft und hat für seine aktuelle Scheibe eine Auswahl der Creme de la Creme aktueller Soul Sängerinnen am Start, die alle ihrem jeweiligen Song eine ganz eigene Note aufdrücken. 


Der sehr schwungvolle Auftakt mit dem von Ruby Turner (aus der eigenen Band akquiriert) intonierten "Jumping In The Morning" zeigt schon die Marschrichtung auf. Hier bekommt man neue Stücke und zeitlose Klassiker in neuem Gewand in sehr hoher Qualität kredenzt. Gleich darauf folgt für mich das absolute Highlight. Wie toll JOSS STONE die Eigenkomposition "Letting Me Down" darbringt, ist einfach allerhöchste Musikkunst. Auch wenn es wie gesagt mit Rock eher nichts zu tun hat. Und so geht es weiter. Während EMELI SANDÉ den NINA SIMONE Klassiker "Love Me Or Leave" samtig ins Mikro haucht, zeigt die leider viel zu früh verstorbene AMY WINEHOUSE bei "Monkey Man" (eigentlich einem Reggae Song aus dem Jahr 1969), was die Welt an ihr verloren hat. Völlig überraschend kann mich sogar Pop Sternchen KYLIE MINOGUE mit ihrer Version von THE CLASHS "Should I Stay Or Should I Go" überzeugen. Ja, das macht richtig Spaß. 

Neben den Coverversionen sind natürlich auch Eigenkompositionen auf "Sirens Of Song" zu finden, die sich hinter diesen nicht verstecken müssen. Lediglich "See-Line Woman" dargeboten von Laura Mvula fällt für mich aus dem Rahmen. Zu sperrig, zu unentspannt für meine Ohren. Leider. Ansonsten gibt es nichts zu meckern. Sei es MEL C mit STEVIE WONDERS "I Wish" oder die unvergleichliche EARTHA KITT, die ihrem Song "Ain't Misbehavin'" eine ordentliche Portion Erotik mitgibt (und das im zarten Alter von 81 Jahren). Wer von euch also mal richtig über den Tellerrand blicken möchte oder seiner Liebsten zum Valentinstag was gutes tun möchte, darf bei JOOLS HOLLAND "Sirens Of Song" sehr gerne zugreifen.
    
Markus


Montag, 9. Februar 2015

DEVIL'S TRAIN - II

Band: Devil's Train
Album: II
Spielzeit: 50:41 min.
Plattenfirma: Ear Music/Edel
Veröffentlichung: 23.01.2015
Homepage: www.devilstrain.com

Wertung: 8 von 10



Tracklist:

01. Down On You
02. Hollywood Girl
03. Gimme Love
04. Mr. Jones
05. Can You Feel
06. Rock Forever
07. Let’s Shake It
08. Girl Like You
09. Born To Be Wild
10. You And Me
11. Thunderstorm
12. Suffocated
13. Immigrant Song [Bonustrack]


Oh weh, da lasse ich als ehemaliger RUNNING WILD Fan glatt die neue Scheibe des ehemaligen RW Drummer Jörg Michael im Auto liegen und denke über Wochen überhaupt nicht mehr daran, dass ich die Scheibe ja unbedingt anhören wollte. Gut, DEVIL'S TRAIN sind mehr das Kind von MYSTIC PROPHECY Frontmann R.D. Liapakis und seinem Bandkollegen Lakis Ragazas, die mit diesem "Sideprojekt" mal eine etwas andere Seite zeigen. Kein klassischer Power Metal, nein bei DEVIL'S TRAIN ist Heavy Rock der amerikanischen Sorte angesagt, wie ihn z.B. auch BLACK LABEL SOCIETY zelebrieren. Im Gegensatz zum Vorgänger ist diesmal eine deutlich stärkere Blues Schlagseite zu hören. Die fette Produktion und die große Erfahrung der beteiligten Musiker tut dann ein übriges, um ein richtig gutes Album auf uns loszulassen. Verdammt, jetzt habe ich das Fazit praktisch vorweg genommen. 


Also mal ganz von vorne.  Denn mit dem treibenden "Down On You" legen DEVIL'S TRAIN gleich zu Beginn ein ordentliches Brett hin. Das folgende "Hollywood Girl" greift dann so manche Referenz an die guten 80er Jahre und Bands wie die grandiosen TANGIER oder TESLA auf und sorgt bei mir für so manchen schönen Aha Effekt. "Gimme Love" wildert dann wieder in klassischen Heavy Biker Blues Rock Gefilden (was für ein Wortungetüm habe ich denn da fabriziert?). Der Song kann mich zum ersten Mal nicht so wirklich mitreißen. Viel besser macht es dann besonders R.D. Liapakis, der beim folgenden "Mr. Jones" seine griechischen Wurzeln völlig versteckt und sich tatsächlich nach einem in der Nähe vom Mississippi River geborenen Voodoo Child anhört. Klasse Song mit einem fetten Groove. Für mich definitiv eines der absoluten Highlights auf "II". "Can You Feel" kann da zwar nicht ganz mithalten, ist aber ebenfalls hohe Qualität, lediglich die auf modern getrimmte Strophe bleibt bei mir nicht hängen. Was gibt es ansonsten zu berichten? 


Insgesamt 11 Eigenkompositionen und zwei Coverversionen haben es auf "II" geschafft. Wobei ich sagen muss, dass es für die zwei Coverversionen von mir ehrlich einen halben Punkt Abzug gibt. Denn das bereits hunderttausend Mal gecoverte "Born To Be Wild" von STEPPENWOLF hat DEVIL'S TRAIN zumindest mit einer eigenen Note versehen und die Energie des Originals ist ebenfalls zu spüren, doch nächstes Mal bitte lieber einen eigenen Song mehr. Und über LED ZEPPELIN's "Immigrant Song" hülle ich den Mantel des Schweigens. Handwerklich ok, mehr aber auch nicht. Ich schalte da ehrlich wieder weiter oder höre das Original. Ansonsten erlauben sich DEVIL'S TRAIN aber zum Glück keine nennenswerten Schwächen und liefern mit "II" ein rundum gelungenes Album ab, welches in so mancher Bikerkneipe sicher von früh bis abends laufen dürfte. 

Markus



Samstag, 7. Februar 2015

Revolution Saints - Revolution Saints

Band: Revolution Saints
Album: Revolution Saints
Spielzeit:  53:38 min.
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 20.02.2015
Homepage: https://www.facebook.com/RevolutionSaints?fref=nf



Wertung:  5,5 von 10


Tracklist:


1. Back On My Trail
2. Turn Back Time
3. You’re Not Alone
4. Locked Out Of Paradise
5. Way To The Sun
6. Dream On
7. Don’t Walk Away
8. Here Forever
9. Strangers To This Life
10. Better World
11. How To Mend A Broken Heart
12. In The Name Of The Father (Fernando’s Song)




"Leute wir brauchen mal wieder was Journey-mäßiges am Start, habt ihr da ne Idee?" - "Klar, ich glaube da habe wir noch so ein paar ungenutzte Songs auf Halde, die gehen so in die Richtung". "Wir brauchen aber ein paar bekannte Namen dahinter ". "Du - Jack Blades hat grade frei und Doug Aldrich ist bei Whitesnake ausgestiegen - die würden passen. Hättet ihr nen Sänger?" "Wie wärs mit Deen Castronovo von Journey - der trommelt zwar bloß aber hat ne Stimme wie Perry. Das würde passen. Wir verkaufen das dann als neue Supergroup, schiessen ein paar Bilder, stöpseln ein Video zusammen dann wird das schon".

So oder so ähnlich könnte sich das Brainstorming im Hause Frontiers abgespielt haben, wenns um das groß angekündigte Debut der selbsternannten Supertruppe "Revolution Saints" geht. Vom Namen her sind in der Tat tolle Leute dabei: Jack Blades von Night Ranger und der Ex-Gitarrero von Whitesnake Doug Aldrich garniert mit Journey-Drummer Deen Castronovo. Liest sich auf dem Papier durchaus gut. Hätten die drei in auch nur irgendeiner Weise Einfluss aufs Songwriting gehabt wäre sicher eine tolle Platte rausgekommen. So ist das ganze Ding eine doch ziemlich große Enttäuschung,vor allemvor dem Hintergrund, wer daran beteiligt ist (zumindest auf dem Papier).
Offenbar wurden alle Songs vom Frontiers Haus und Hofproduzenten und Haupt-Songwriter Alessandro Del Vecchio verfasst, der ja für fast alle Frontiers-Sachen der letzten Jahre in irgend einer Weise tätig war. Der sympathische Kerl hat sicherlich was drauf und die Produktion der vorliegenden Scheibe klingt durchaus amtlich und druckvoll, aber die Songs klingen leider ziemlich ausgelutscht und gleichförnig und auch schon 1000 Mal besser gehört. Dass da Aldrich oder gar Jack Blades ihre Hände beim Songwriting in irgendeiner Weise drinhatten glaube ich ganz und gar nicht, denn da fehlen jegliche Trademarks, die einen Blades-Sing ausmachen. Stattdessen gibt es Journey-mäßiges Songwriting der dritten Bundesliga. Mich reisst da wirklich so gut wie kein einziger Song auch nur annähernd aus den Latschen. 
Klar klingen "Back on my Trail" und "Turn Back The Time" ganz nett, aber eben wie Sachen, die man bei Journey (und da rede ich von der Band, die bis zu Steve Augeri existierte und nicht von der Covertruppe, die noch immer durch die Lande zieht) nicht weiter verfolgt hätte.
Sämtliche 12 Songs klingen uninspiriert und eben wie zweitklassige Journey-Tracks, die man zufällig irgendwo entdeckt hat. Castronovos tolle Perry-mäßige Stimme in allen Ehren, aber wenn die Hooks eben nicht zünden hilft auch der beste Gesang nicht.
Die Balladen (es sind hier viel zu viele am Start!) klingen wie am Reißbrett entworfen und wie so oft im Hause Frontiers nach dem typischen "Melodic Rock by Numbers",  der nichts Neues zu bieten hat und nur Altbewährtes aufwärmt und das in lauwarm. Alles klingt wie schon mal gehört, jedoch dann in besserer Verfassung.
Manchmal klingt das Ganze wie ein Soundtrack zu einem schlechten Sylvester Stallone Film aus den 80ern, nur hat dieser die Zeichen der Zeit erkannt und persifliert sich selber. Die Musik hier scheint dann doch gewollt ernst gemeint.
Revolution Saints ist eine klassische Auftragsarbeit. Aldrich spielt zwar sehr gut, nur kann er im AOR eben nicht wirklich Akzente setzen, trotz des einen oder anderen spektakulären Solos. Ich finde ihn für diese Musikrichtung auch nicht unbedingt geeignet.
Von Jack Blades hört man so gut wie gar nichts. Außer ein paar Lead-Strophen, wo man schon genauer hinhören muss, um ihn auszumachen, ist er so gut wie gar nicht zu vernehmen. Ein grösserer Input von ihm hätte der Scheibe sichtlich besser zu gesicht gestanden.
Einzig "Way To The Sun" und das flotte "Don't Stop" (wenngleich auch mit 99,9%iger Journey Schlagseite) kann ich auf der Habenseite verbuchen. Der Rest sind verzichtbare Balladen (der Versuch mit "In The Name of the Father" ein neues "Open Arms" zu kreieren geht gehörig in die Hose)

Die allerorten zu vernehmenden Lobeshymnen auf Revolution Saints kann ich in keinster Weise nachvollziehen. So beginnt das Jahr 2015 genauso enttäuschend wie das gesamte Melodicrock Jahr 2014 fast durchgehend war: Projekte aus der Retorte werden aus dem Boden gestampft um ein paar Tausend Scheiben zu verkaufen. Getourt wird mangels Interesse eh nicht und so versinkt das Ganze eben wieder in der Versenkung weil sich die Hauptprotagonisten wieder ihren Hauptbands widmen. Die Zielgruppe dieser Veröffentlichung wie auch der "Sweet/Lynch"-Scheibe die ebenso auf ganzer Linie ein Rohrkrepierer ist, erschliesst sich mir nicht.  

Will ich Journey hören lege ich eine ihrer Top-Scheiben auf und sicher nicht Revolution Saints.
Im Hause Frontiers sollte man sich in der Tat einmal Gedanken machen, inwieweit man mit diesen ganzen Retorten-Veröffentlichungen wirklich am richtigen Weg ist. Mein Weg ist das leider ganz und gar nicht mehr. Mag an mir liegen, glaube ich aber nicht weil ich GUTEN Melodicrock nach wie vor sehr schätze. Der wird mit auf aktuellen Veröffentlichungen wie dieser leider in keinster Weise geboten. Eine Revolution sieht definitiv anders aus. Schade!

Martin

Dienstag, 3. Februar 2015

WAKE THE NATIONS - Sign Of Heart


Band: Wake The Nations
Album: Sign Of Heart
Spielzeit: 40:59 min.
Plattenfirma: Inverse Records
Veröffentlichung: 30.01.2015
Homepage: www.wakethenations.com

Wertung: 6,5 von 10


Tracklist:

1. Fairytale Romance
2. The Touch Of Your Hand
3. All I Want
4. So Broken
5. Love Distracts The Senses
6. This Feeling
7. Sea Of Emptiness
8. Love Leads The Way
9. Until The End Of Time
10. Who Am I


HUMAN TEMPLE-Gitarrist Risto Tuominen war es während einer Schaffenspause seiner Hauptband 2012 wohl etwas langweilig und so setzte er sich daran, ein Soloalbum einzuspielen. Aus diesem einfachen Soloalbum wurde im Laufe der Zeit WAKE THE NATIONS bei denen mit Hilfe von 6 Gastsängern nun endlich das Album "Sign Of Heart" erscheint. Geboten wird klassischer Melodic Rock, wie er schon seit vielen Jahren von unterschiedlichen Formationen bei Frontiers Records erscheint, wobei die finnische bzw. skandinavische Herkunft der Tracks doch so manches Mal durchschimmert. Und so können als Referenzen nicht nur die üblichen Verdächtigen wie JOURNEY aufgerufen werden, sondern gerade Bands wie ECLIPSE, ISSA oder LAST AUTUMNS DREAM. Der Härtegrad bewegt sich ständig zwischen Melodic Rock und AOR und dürfte eher den Anhängern softer Klänge gefallen. Und die Keyboards spielen ebenfalls keine untergeordnete Rolle. 



Das Problem ist nun natürlich auf der einen Seite, dass mit 6 verschiedenen Sängern, darunter mit Estef Martinez einer Sängerin beim Abspielen selten ein Bandfeeling aufkommt. Auf der anderen Seite bieten WAKE THE NATIONS damit automatisch ein wenig mehr Abwechslung. Denn die Stücke an sich bieten das nicht wirklich. Zu sehr scheinen die Stücke am Reissbrett entstanden zu sein. 

Während der Opener "Fairytale Romance", intoniert von Krister Stenbom, mit einem flotten Rhythmus, einer gelungenen Melodieführung ein rundum gelungenes Paket darstellt, fällt das folgende "The Touch Of Your Hand" mit seinem zugekleisterten Keyboardeinsatz und der rauen angestrengten Stimme von Taage Laiho (u.a. GHOST MACHINERY) deutlich ab. Und mit der Gesangsleistung der einzigen Frau Estef Martinez werde ich auch nicht wirklich warm. Da fehlt zu absoluten Könnern wie eben Frau ISSA doch noch einiges. So ertappe ich mich ständig bei den beiden Softrockern "All I Want" und "Sea Of Emptiness" recht früh die Skip Taste zu drücken. Auf der Haben-Seite sind aber neben dem Opener auch das starke "So Broken" und mit "This Feeling" sogar ein kleiner Hit zu verbuchen, der mit einem Video ausgestattet wurde und bei dem man einfach merkt, was ein richtig guter Sänger, in dem Fall der Kroate Dado Topic (war mal beim Eurovision Song Contest), gerade im Melodic Rock Sektor ausmacht. Schade nur, dass er im Video nicht zu sehen ist.



Für den kleinen Hunger zwischendurch ist das Album also tatsächlich geeignet, in der Summe kann mich "Sign Of Heart" aber nicht überzeugen. Dazu ist doch zuviel Durchschnitt vertreten. Das Cover wirkt dann zusätzlich abschreckend und ist ein perfektes Beispiel für ein misslungenes 80er Jahre Titelbild.

Markus

Mittwoch, 28. Januar 2015

THUNDER - Wonder Days


Band: Thunder
Album: Wonder Days
Spielzeit: 48:12 min.
Plattenfirma: earMUSIC
Veröffentlichung: 13.02.2015
Homepage: www.thunderonline.com
 

WERTUNG: 9 von 10


Tracklist:

1. Wonder Days
2. The Thing I Want
3. The Rain
4. Black Water
5. The Prophet
6. Resurrection Day
7. Chasing Shadows
8. Broken
9. When The Music Played
10. Serpentine
11. I Love The Weekend

Es ist schon etwas über 6 Jahre her, dass man neuen Stoff der britischen Hardrock Veteranen von THUNDER in den Player werfen durfte. Denn seit dem 2008er Release "Bang!" folgten leider nur einige Livealben und Compilations. Doch die Wartezeit hat nun ein Ende und um ehrlich zu sein, es hat sich definitiv gelohnt. Schon der Einstieg mit dem Titeltrack und seinem warmen unverwechselbaren THUNDER Sound ist einfach nur gelungen. Wenn ich den Song mit anderen Classic Rock Bands vergleichen sollte, dann würde ich am ehesten zu den guten BAD COMPANY mit einem Hauch LED ZEPPELIN tendieren. Obwohl THUNDER nach all den Jahren sicher keine Vergleiche mehr brauchen. Also streicht die letzten Sätze einfach aus eurem Gedächtnis. 


Danny Bowes weiß von der ersten Note an mit seinem unverwechselbaren Timbre zu überzeugen, Gitarrist und Produzent Luke Morley zaubert so manches klassische Riff aus dem Ärmel und hat die 48 Minuten mit einem sauberen und differenzierten Sound versehen.Doch weiter mit dem Album an sich. "The Thing I Want" ist ebenfalls klassischer THUNDER Rock, versehen mit einer hervorragenden Bridge und einem Chorus, der sich unwiderstehlich in die Gehörgänge gräbt. Allerbestes Kino. Die anschließende Ballade "The Rain" läuft bei mir irgendwie nur nebenher, meine Freundin ist jedoch hellauf begeistert. Also eher ein Song für alle Softrocker und Akustikliebhaber unter euch Lesern. "Black Water" könnte 1:1 auf dem Soundtrack des Films "Still Crazy" vertreten sein, so sehr erinnert er mich an die Atmosphäre dort, kleine Rock Clubs, herzlich, rockig und eine Band, die ihr Bestes gibt und weiß was sie tut. 

Das wissen THUNDER natürlich längst und so muss ich auch kurz auf das mehr als nur gelungene Cover eingehen. Selten hat eine stimmungsvolle Fotografie den Nagel so sehr auf den Kopf getroffen und den Flair dieses Albums eingefangen. Wenn ich nun im Gegenzug das grell-bunte Design des Vorgängers "Bang!" mir nochmal ansehe, dann ist das ein wahrer Quantensprung. Und einen kleinen Sprung nach vorne machen THUNDER dann mit Song Nummer 6. "Resurrection Day" ist in meinen Augen einer der besten Rocksongs der letzten Jahre. Hier passt einfach alles. Wie ihr sicherlich nun auch allmählich bemerkt habt, ich habe nichts an "Wonder Days" auszusetzen und bin ehrlich froh, dieses Werk bereits hören zu dürfen. So ein starkes Album hätte ich Morley, Bowes, Childs, James und Matthews dieses Jahr ehrlich nicht zugetraut. Und so läuft die Scheibe bei mir auf Dauerrotation, denn diese 48 Minuten machen von der ersten bis zur letzten Sekunde gute Laune. 



Nun würde ich es natürlich begrüßen THUNDER auch mal wieder live in good old Germany begrüßen zu dürfen, aber aktuell stehen nur einige Dates im UK an (darunter das Download Festival in Donington). Und euch allen wünsche ich nun viel Spaß mit einer blues-getränkten Rockplatte, die ich in dieser Qualität lange nicht mehr hören durfte. 

Markus

Montag, 26. Januar 2015

Blackberry Smoke - Holding All The Roses



Band : Blackberry Smoke
Album : Holding All The Roses
Spielzeit : 40:45 Min.
Veröffentlichung : 09.02.2015
Plattenfirma : Earache Records
Homepage : www.blackberrysmoke.com

Wertung : 8 von 10

Trackliste :

  1. Let Me Help You (Find The Door)
  2. Holding All The Roses
  3. Living In The Song
  4. Rock And Roll Again
  5. Woman In The Moon
  6. Too High
  7. Wish In One Hand
  8. Randolph County Farewell
  9. Payback's A Bitch
  10. Lay It All On Me
  11. No Way Back To Eden
  12. Fire In The Hole

OK, wenn ich mir jetzt die ganzen Lorbeeren, den Hype um das letzte Album "The Whippoorwill", die Pressehuldigungen von wegen "Nachfolger der Black Crowes, Lynyrd Skynyrd, usw." wegdenke, wenn also die Sahne vom Kuchen mal beiseite geschoben und ganz nüchtern an die neue Platte der Blackberry Smoke rangegangen wird - da bin ich gespannt, was wohl übrigbleibt.

Zugegeben, die Frage stelle ich mir jetzt schon etwas länger, denn mit jedem Durchlauf von Holding All The Roses werde ich irgendwie unsicherer. Ich gehe ja gern mit hohen Erwartungshaltungen an neue Platten heran, und im Falle einer Southern Rock-Band der Marke Blackberry Smoke liegt die Messlatte nun mal verdammt hoch.

Doch keine Angst, der charmant-rauhe Südstaatenrock der sympathischen Fünf aus Atlanta / Georgia hat keinen Deut nachgelassen und knüpft exakt an die hohe Qualität des erfolgreichen Vorgängers an. Mehr noch, die Blackberry-Mucke geht beinahe infektiös ins Ohr und bleibt in ihrer liebenswerten Art genau dort hängen. Um es auf den Punkt zu bringen: Blackberry Smoke strahlen eine Riesenportion Herzlichkeit mit ihrer Musik aus, man möchte förmlich einen Antrag stellen, mit den Leuten mal einen draufmachen zu dürfen.


Musikalisch bewegt sich das Ganze grenzwertig scharf entlang der "Wir feiern heute Abend eine Redneckparty" Oberflächlichkeit, kaum ein Zitat der Südstaatenmusik wird ausgelassen. Hier ein wenig Country (Too High), dort rauher Southern Rock (Fire In The Hole) und mittendrin ein wenig Boogie-Rock der Marke Status Quo (Rock And Roll Again). Bereits der Einstieg in die Platte lässt mit Let Me Help You (Find The Door) keinen Zweifel aufkommen, dass sich Fans der letzten Platte keine Sorgen machen müssen. Nach 50 Sekunden weiss man, wie die Nummer ausgehen wird. Doch wie erwähnt, die Blackberries tun dies weil sie's können und vor allem völlig ohne jegliches Fremdschämerlebnis. Stattdessen haben die Jungens einen dermaßen hohen Sympathiefaktor, das man ihnen jedes musikhistorische Deja-Vu gerne erlaubt. 

Die Begeisterung steigert sich schon mit der zweiten Nummer, dem flotten Holding All The Roses, einer mit schönem Barpiano, lockeren Handclaps inklusive Fiddle-Intermezzo untermalten Abgeh-Rocknummer schon verdächtig. Spätestens mit Living In The Song und der Ballade Woman In The Moon, beide in ihrer Art so schön kitschig dass man heulen möchte, werden die meisten dem Charme der Smokers dann auch endgültig erlegen sein, schätze ich.



Dermaßen locker, eingängig und entspannt habe ich diese Musikrichtung schon lange nicht mehr gehört, die Stadien dieser Welt werden wohl schon lange gebucht sein und die Massen im Sommer ihren Spaß bekommen.

Freunde, tut Euch den einen Gefallen, erweitert Euren Einkaufszettel um diese richtig feine Platte. Der erste heisse Sommerabend 2015 ist ja noch in weiter Ferne, aber wenn ihr zu spät kommt, könnte Holding All The Roses auch schon vergriffen sein. Ich für meinen Teil freue mich jetzt schon auf ein feines BBQ bis inne Puppen mit eiskaltem Bier, einem Glas Southern Comfort und guter Südstaatenmucke...


Bernd Fischer

Dienstag, 13. Januar 2015

ORDEN OGAN - Ravenhead

Band: Orden Ogan
Album: Ravenhead
Spielzeit: 48:24 min.
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 16.01.2015
Homepage: www.ordenogan.de (aktuell keine Inhalte - 13.01.2015)

Wertung: 9 von 10

Tracklist:

1. Orden Ogan (Intro)
2. Ravenhead
3. F.E.V.E.R.
4. The Lake
5. Evil Lies In Every Man
6. Here At The End Of The World
7. A Reason To Give
8. Deaf Among The Blind
9. Sorrow Is Your Tale
10. In Grief And Chains
11. Too Soon


Als nach einem atmosphärischen Intro die ersten Gitarrenläufe in bester RUNNING WILD-Manier (zu den guten Zeiten) aus den Boxen galoppieren und schließlich der episch bombastische Chorus ertönt, steht für mich fest, dass die Vorfreude auf das neue ORDEN OGAN Album nicht unbegründet war. Kaum eine andere deutsche Metalband versteht es aktuell das Beste aus FALCONER, RUNNING WILD und BLIND GUARDIAN zu einem eigenen Stil zu mixen, der mit glanzvollen Melodien und entsprechender Härte (ohne in den Kitsch abzugleiten) punktet. 


Um es gleich mal vorweg zu nehmen: "Ravenhead" ist in meinen Augen das homogenste und ausgeglichenste Album der Arnsberger Power Metaller. Eine kleine Unterstützung in Gestalt der beiden Gastsänger Chris Boltendahl (GRAVE DIGGER) bei "Here At The End Of The World" und Joacim Cans (HAMMERFALL) bei "Sorrow Is Your Tale" veredelt das Album neben dem exzellenten Artwork zusätzlich, da beide Songs damit einen ganz eigenen Stempel bekommen. Ansonsten tue ich mir schwer einzelne Songs heraus zu heben, da alle im Kontext des Albums richtig gut funktionieren. Schwache Songs suche ich bei "Ravenhead" glücklicherweise vergebens und auch der in der Vergangenheit manchmal etwas unglückliche Keyboardeinsatz (der desöfteren die Kitschgrenze überschritt) ist anno 2015 perfekt dosiert und immer passend zum Song gestaltet.

Vielleicht kann man das mit einem gigantischen Refrain ausgestattete "Exil Lies In Every Man" extra betonen, welches nach einem ruhigen Intro mit solch einer Wucht aus den hoffentlich bis zum Anschlag aufgedrehten Lautsprechern tönt, dass es eine wahre Freude ist. Und die etwas härter gestimmten Gitarren bei "Here At The End Of The World" machen mit Chris Boltendahls gesanglicher Unterstützung ebenfalls einen besonderen Song. Schade, dass diesmal eine reine Piratenhymne fehlt, mit dem Titelsong haben ORDEN OGAN aber zumindest eine weitere hitverdächtige Hymne abgeliefert. 

Wer auf epischen Powermetal steht, kommt an "Ravenhead" definitiv nicht vorbei und muss seinen Einkaufszettel unbedingt damit bestücken. Das sind knapp 48 Minuten grandiose Mucke mit einem sehr ruhigen aber atmosphärisch gekonnten Abschluß mit dem bisher noch nicht erwähnten "Too Soon", welches bei mir für so manchen Gänsehautmoment verantwortlich war. Damit kann ich mit einem guten Gewissen gewaltige 9 Punkte zücken.

Markus

Samstag, 10. Januar 2015

Bernard Allison - In The Mix


Band : Bernard Allison Group
Album : In The Mix
Spielzeit : 57:25 Min.
Veröffentlichung : 16.01.2015
Plattenfirma : Jazzhaus Records
Homepage : www.bernardallison.com

Wertung : 9 von 10

Trackliste : 

  1. Five Long Years
  2. Call Me Momma
  3. Move From The Hood
  4. Tell Me Who
  5. Something's Wrong
  6. Lust For You
  7. I Had It All The Time
  8. I'd Rather Be Blind
  9. Set Me Free
  10. Moving On Up

Wow !  

Bernard Allison legt mich mit seiner aktuellen Scheibe In The Mix grad voll auf's breite Kreuz. Ohne jegliche Vorwarnung nimmt mich die erste Platte des noch jungen Jahres gefangen und ganz ehrlich...mir fehlen schon am Jahresanfang ein wenig die Worte.

Der jüngste Sohn der Blueslegende Luther Allison (1939-1997) hat Talente in die Wiege gelegt bekommen, die man sich meiner bescheidenen Meinung nach nie und nimmer antrainieren kann. Hört Bernard Allison einfach zu, dann wisst Ihr was ich meine. Allisons Stimme transportiert eine derart lässige Warmherzigkeit, dass bereits die ersten zwei Songs Five Long Years, Call Me Momma, insbesondere aber Tell Me Who besorgniserregendes Suchtpotential entwickeln. Unterstützt von seiner Group, bestehend aus George Moye (Bass), Mario Dawson (Schlagzeug), Mark Leach (Hammond B3), Bruce B.McCabe (Piano) und Jose Ned James (Saxophon), produzierte Allison die Scheibe in den Winterland Studios (Minneapolis) selber.  

"Ich wollte ein Album aufnehmen, dessen Songs viel Gitarre enthalten. Das ist mir und meiner Band bestens gelungen, denn das Ergebns erinnert mich an alten Memphis-Soul inklusive einer Note von Jimi Hendrix' Band Of Gypsys!", so Allison himself.

Wenn Ihr Euch also mit einer Portion R&B, reinem Blues und viel Soul anfreunden könnt, dürft Ihr Euch auf eine gute Stunde voller Emotion, Kraft und Seele freuen.



In The Mix ist Johnny Winter, der ihn in die Geheimnisse seiner Slidetechnik einweihte, und Michael "Iron Man" Burks gewidmet. Zu Johnny Winter muss nichts gesagt werden, Gitarrist Burks beschrieb sich einst mit den Worten "Wirf Freddie King, Albert King, B.B. King, Albert Collins, Wes Montgomery und Chuck Berry in einen großen Topf, koche alles durch und du bekommst mich!“ relativ selbstbewusst selbst. Die knapp einstündige Scheibe trägt den Titel In The Mix nicht zu Unrecht. Nur die Hälfte der zehn Songs stammt aus der Feder Bernard Allisons, der entspannte Shuffle Move From The Hood und die Schlussnummer Moving On Up entlieh Bernard aus dem großen Repertoire seines Vaters Luther.
 
Der Opener Five Long Years des Kanadiers Colin James (1988) ist ursprünglich eine jugendlich-lockere Uptempo-Rocknummer, die unter Allison enorm an Tiefgang und Charisma hinzugewinnt. Richtig Spaß macht dabei die Hammond im Hintergrund und das entspannte Saxophon. Auch das aus dem Jahr 1972 stammende I Had It All The Time, im Original von Tyrone Davis, dem Allison den typischen 70er Jahre Glitzer-Funk austreibt und in ein zeitgemäßes R&B Format überträgt, profitiert davon. Hier wie dort gewinnen die Songs enorm hinzu, versteht es Allison doch schliesslich wie kaum ein anderer, längst vergessenen bzw. übersehenen Songperlen neues Leben einzuhauchen.

Aber es sind auch Allisons Eigenkompositionen, die Spaß machen. Insbesondere das swampig-schwitzige Lust For You und Set Me Free, die vorletzte Nummer, begeistern mit einer herrlich relaxten Atmosphäre und einem tollen Orgelsolo. 

Leute, lehnt Euch entspannt zurück, macht ein Bier auf und schmeisst die schlechte Musik aus dem Player ! In The Mix hat ein Menge zu bieten, glaubt es mir ! 


Und jetzt noch schnell die Termine zur "In The Mix" Tour
15.01.15  Wetzlar, Franzis
16.01.15  Soest, Alter Schlachthof
17.01.15  München, Garage Deluxe
19.01.15  Kaiserslautern, Kammgarn
20.01.15  Aschaffenburg, Colos Saal
21.01.15  Leverkusen, Scala
22.01.15  Münster, Hot Jazz Club
23.01.15  Hannover, Blues Garage
24.01.15  Kassel, Theaterstübchen
25.01.15  NL - Weert, De Bosuil
27.01.15  Bremen, Meisenfrei
28.01.15  Hamburg, Downtown Bluesclub
29.01.15  Lübeck, Werkhof
30.01.15  Idstein, Die Scheuer
31.01.15  Berlin, Quasimodo
22.03.15  Friedrichshafen, Bahnhof Fischbach
23.03.15  AT - Wien, Reigen
27.03.15  CH - Rubigen, Mühle Hunziken
28.03.15  Freiburg, Jazzhaus
 
Karten:
Karten von € 16.— bis € 23.— (zzgl. Gebühr) erhältlich an den Vorverkaufsstellen. 
Abendkasse: € 23.— bis € 29.— Euro
Tourneeveranstalter:
Jazzhausbooking, Tel. 07 61 / 79 19 78-18;
Internet: www.jazzhausbookin



Bernd Fischer