Sonntag, 28. August 2016

Svartanatt - Svartanatt


Band: Svartanatt
Album: Svartanatt
Spielzeit: 41:37 Min.
Plattenfirma: The Sign / Cargo Records
Veröffentlichung: 26.08.2016
Homepage: www.facebook.com/svartanatt

Wertung: 7 von 10


Trackliste:
  1. Filled Up With Darkness
  2. Times Are Changing
  3. Demon
  4. Nightman
  5. Thunderbirds Whispering Wind
  6. Dreams
  7. Rocket
  8. Dead Mans Alley
  9. Secrets Of The Earth
  10. Destination No End

Gepflegten Hardrock mit allem was dazugehört packen uns skandinavische Bands ja schon länger auf den Plattenteller. Jetzt gesellen sich noch die Stockholmer Svartanatt dazu und ich stelle mir erneut die Frage, wann das Reservoir talentierter Musiker aus dieser Gegend wohl mal erschöpft ist. Schmunzeln musste ich beim Bandnamen. Svartanatt bedeutet soviel wie "schwarze Nacht" und vielleicht wäre es mal ganz interessant zu forschen, wie viele Bands inzwischen die Farbe Schwarz in ihrem Namen tragen.

Schwarz sehe ich für Svartanatt aber kein Stück, immerhin haben sich die Jungs einen bärenstarken Sound ans Revers geheftet...nicht besonders abwechslungsreich aber verdammt griffig. Im klassischen Hardrock-Gewand aus Gitarre, Bass, Orgel und Schlagzeug geben die fünf eine gelungene Mischung aus alten Whitesnake bzw. Deep Purple und den frühen Riot. Hinzu kommt das heisere Wahnsinnsorgan
 von Jani Lehtinen welches mich an Tom Keifer und Blackie Lawless erinnert.
Svartanatt geben direkt ab dem Opener Filled Up With Darkness eine bärenstarke Vorstellung ab, mit der ich so nicht gerechnet habe. Der Midtempo-Rocker hat einen unaufdringlichen aber zielstrebigen Drive, den nur selbstbewusste und handwerklich gefestigte Musiker hinbekommen. Ebenso schnell wird jedoch auch klar, dass wir von der Band keine Klangexperimente erwarten dürfen, Svartanatt brutzeln Hausmannskost und keine fünf-Sterne-Menus. Diese Geschlossenheit ist es, die auf der einen Seite zu wunderbaren Songs wie Demon mit einer bärenstarken Hookline und einem tollen Refrain führt, auf der anderen dem Ganzen aber auch einige Überraschungsmomente nimmt. Man weiß im Grunde schon nach dem vierten Song, dem ebenfalls hörenswerten Nightmare, wie es weitergeht. 

Und dann gibt es auf einmal das wunderschöne Thunderbirds Whispering Wind dem man einen gewissen Ohrwurmcharakter bescheinigen muss. Jani besticht plötzlich durch einen melancholisch-traurigen Gesang, Martin Borgh entlockt seiner Orgel regelrechte 70er Jahre-Klangteppiche und so entwickelt sich die Nummer zu einem fast sieben-Minütigen "holt die Feuerzeuge raus" Retro-Schwofer, der in der Mitte des Albums sehr gut plaziert wirkt. Die Nummer erinnert mich im übrigen an Daytime von der Krautrocklegende Jane. Hört einfach mal rein...es lohnt sich. klick


Mit dem schnellen Rocket treten die Schweden dann etwas auf das Gaspedal und beweisen ein Gespür für die Bedürfnisse ihrer sicherlich wachsenden Fanschar. Secrets Of The Earth darf am Ende zurecht als weiteres Highlight betrachtet werden, erneut zeigen Svartanatt hier welches Potential ihre Songs haben und wie tight sie umgesetzt wurden.

Im Großen und Ganzen ist der Band ein absolut vorzeigbares Debutalbum ohne Schwachpunkte gelungen. Ein, zwei Wow-Effekte dazu und wir haben einen echten Knaller...

Bernd Fischer

Donnerstag, 25. August 2016

Crystal Ball - Deja-Voodoo

Band: Crystal Ball
Album: Deja-Voodoo
Spielzeit: 54:16 min.
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 02.09.2016


Homepage: www.crystal-ball.ch



WERTUNG: 8 von 10


Tracklist:

1. Déjà-Voodoo
2. Director’s Cut
3. Suspended
4. Never A Guarantee
5. Reaching Out
6. Home Again
7. To Freedom And Progress
8. Time And Tide
9. Without A Net
10.Full Disclosure
11.Fool’s Paradise
12.Dr. Hell No
13.To Be With You Once More

Das mit einem netten Wortspiel betitelte neunte Studioalbum der Schweizer Hardrock Urgesteine CRYSTAL BALL bietet genau das, was man erwartet: eine Mischung aus traditionellem Hardrock und Melodic Metal, verpackt in eine moderne Produktion. Nicht umsonst geht es im Herbst zusammen mit den eidgenössischen Kollegen von SHAKRA auf Tour durch deutsche und schweizerische Landen. Schweizerischer Präzisionshardrock also im Doppelpack. 


Doch zuvor erscheint "Deja-Voodoo", dem wir uns nun widmen wollen. Mit ordentlich Groove versehen knallt gleich zu Beginn der Titelsong aus den Boxen und erinnert mich so manches Mal an einen Cocktail aus der deutschen Institution U.D.O. und den finnischen Monsterrockern LORDI. Ziemlich wohlschmeckend also, erfrischend und fruchtig. Noch besser kommt dann das flotte "Director's Cut" zur Geltung, bei dem Sänger Steven Mageney seine rauhe Stimme perfekt ausspielt. Ist schon ein kleiner Ohrwurm geworden. Der richtig große folgt danach mit "Suspended" - dieser Refrain wird live sicherlich einige Fans zum Mitsingen animieren. "Never A Garantuee" ist mir persönlich dann zu sehr auf Sicherheit getrimmt, denn ja CRYSTAL BALL machen genau das, was man erwartet - mir fehlen so ein bisschen die Überraschungsmomente gerade was die Gitarrenarbeit angeht. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau. Denn auch wenn wie bei "Reaching Out" wirklich sämtliche Klischees bedient werden, macht die Scheibe weiterhin Spaß und hat für Balladenfans auch gleich deren zwei zu bieten, wobei mir "To Be With You More Once More" trotz erhöhtem Kitschfaktor mehr zusagt als "Home Again" - eben weil mir auch hier sofort Assoziationen zu den U.D.O. bzw. ACCEPT Balladen einfallen. 

Und einen zweiten Hit mit Ohrwurmcharakter haben CRYSTAL BALL außerdem an Bord - das absolut famose "Without A Net", bei dem die eingespielten Spuren etwas verlassen werden und prompt Großartiges entsteht. Definitiv einer der stärksten Songs der über 15-jährigen Bandgeschichte. Was bleibt mir also als Fazit zu den 54 Minuten zu sagen? Nicht wirklich überraschend haben CRYSTAL BALL ein weiteres gutes Album aufgenommen, das sich perfekt in die bisherige Discographie einreiht und sicher keinen eingefleischten Fan enttäuschen wird.

Markus


Sonntag, 14. August 2016

Subrosa - For This We Fought The Battle Of Ages


Band : Subrosa
Album : For This We Fought The Battle Of Ages
Spielzeit : 64:01 Min.
Veröffentlichung : 26.08.2016
Homepage : https://subrosa.cc/

Wertung : 9 von 10 

Trackliste :
  1. Despair Is A Siren
  2. Wound Of The Warden
  3. Black Majesty
  4. Il Cappio
  5. Killing Rapture
  6. Troubled Cells 
Doom Metal. Wir könnten über Black Sabbath oder Saint Vitus reden, müssen wir aber nicht. Ohne den Platzhirschen respektlos entgegenzutreten ist es im Jahr 2016 deutlich spannender sich mit denen zu befassen, die die vertonte Dunkelheit aktuell in die Welt hinaustragen. Und was hat sich da nicht alles getan in den letzten Jahren. Klassischen, traditionellen Doom Metal gibt es natürlich noch immer, viele Bands sind es aber schon lange leid, die immergleiche Mixtur zu verwenden. 

Was bleibt, ist die Veränderung. Die zähe Langsamkeit fließt natürlich wie eine DNA durch die Adern des Genres. Und so schleppen sich auch die jüngeren Bands, unter anderem Subrosa, durch ihre Kompositionen. For This We Fought The Battle Of Ages heißt die fünfte Platte der 2005 gegründeten Band. Rebecca Vernon, Sarah Pendleton und Kim Pack stellen den weiblichen, Levi Hanna und Andy Petterson den männlichen Part der Band. 

Freunde, Subrosa sind eine wundervolle Band und ich möchte sie Euch unbedingt ans Herz legen. Das ständige Wechselspiel zwischen harmonischen Klanggebilden und irritierenden, phasenweise gar verstörenden Soundkaskaden ist absolut faszinierend. Das Ganze ist Resultat eines fast schon unverschämten Gespürs für Melodien und theatralische Spannungsbögen. 

Wer also die einfache Kost bevorzugt, darf getrost weiterklicken. Liebhaber nachhaltiger Klänge sollten unbedingt bei mir bleiben, es lohnt sich !

Die Band serviert sechs Songs, vier davon zwischen zehn und fünfzehn Minuten, da bleibt viel Platz für die ewige Düsternis. Subrosa schreiben keine Songs, sie bauen Wände aus Moll-Tönen und stapeln Riffs wie Lavaströme meterhoch übereinander, nur um sie danach brutal wieder einzureissen, kurzum, wer sich diesem Wahnsinn hingibt wird mit Songs wie Wound Of The Warden belohnt. Ich bin übrigens inzwischen geneigt von meiner Platte des Jahres zu sprechen.




Der Song beginnt schleppend. Bass, Drums und ein ängstlicher Gesang der nichts als Fragen aufwirft "The wound of the warden, from cradle to the grave. The senseless apprehension of freedom's wily ways..." aha. Inhaltlich geben sich Subrosa ein ums andere Mal so, ich nenne es mal "mysteriös". Das Konzept der Platte basiert auf der Novelle "We" des russischen Dissidenten Yevgeny Zamayatin, hier geht es um den Inhalt eines Tagebuches von D-503, der in der gläsernen Welt eines Überwachungsstaates Raketen konstruiert und I-330 kennen- und lieben lernt. Die Dinge nehmen ihren Lauf. Wer also Lust auf die Entdeckung einer Geschichte aus dem Jahr 1920 hat, darf sich da mal austoben, ich für meinen Teil habe zu einigen Teilen der Lyrics erstmal meine Nichte Izzy aus England befragt und selbst die musste sich da erstmal reindenken...

Zurück zur Musik, Wound Of The Warden ist eines der Highlights der Platte. Die Nummer trägt sich durch satte dreizehn Minuten, steigert sich durch die Hinzunahme einer dezenten Violine, immer wieder unterbrochen durch Breaks und dem Wechselspiel zwischen Klargesang und fiesen Growls. Dann dieser Basslauf in den leisen Pausen...wie einfach es doch ist, Stimmung zu erzeugen ! In der Manier besserer Opeth-Kompositionen ziehen mir immer wieder Schauer über den Rücken. Black Majesty stellt ein weiteres Highlight. Die Rezeptur ist letztlich die gleiche, der Wahnsinn hört hier auf die eine Feststellung, die wieder und wieder auftaucht: "We love the taste of false perfection-the more the lies, the more we laud", zunächst ängstlich dahingeflüstert, Minuten später hässlich hinausgebrüllt. 




Mit Il Cappio gibt es noch ein kurzes Intermezzo auf Italienisch, danach stehen Killing Rapture (mit wundervollem Uptempo-Mittelteil) und Troubled Cells ihren Vörgängern in nichts nach. Diese Hingabe mit der hier musiziert wird, lässt vorsichtig den Begriff Meisterwerk in mir aufkommen. Und For This We Fought The Battle Of Ages wird im Rahmen des Doom-Genres eines werden, daran wage ich nicht zu zweifeln. Die Höchstnote würde ich geben, wenn es noch den einen oder anderen schnelleren Part auf der Platte geben würde, der für mein Empfinden auch ein Album aus der Zwischenwelt der Langsamkeit bereichern würde. So darf ich neun sehr verdiente Punkte vergeben.

Bernd

Montag, 20. Juni 2016

Lanfear - The Code Inherited


Band: Lanfear
Album: The Code Inherited
Spielzeit: 45:55 min.
Plattenfirma: Pure Legend Records
Veröffentlichung: 01.07.2016
Homepage: www.lanfear.eu

WERTUNG: 8,5 von 10


Tracklist:

1. The Delusionist
2. The Opaque Hourglass
3. Evidence Based Ignorance
4. The Code Inherited
5. Self-Assembled
6. Converging Saints
7. Remain Undone
8. Summer Of ‘89

LANFEAR liefen mir zum ersten Mal 2008 so richtig bewusst über den Weg und Ihr Album "X To The Power Of Ten" lief damals wochenlang in meinem Player. Der gut gelungene Mix aus Melodic Metal mit viel Power und progressiven Einschüben machte verdammt viel Spaß. Daraufhin habe ich mir auch die anderen Scheiben der Süddeutschen geholt, musste aber gestehen, dass mir der damals neue Sänger Nuno De Barros Fernandes besser gefiel als dessen Vorgänger Tobias Althammer bzw. Stefan Zoerner. Komischerweise habe ich 2012 die Veröffentlichung von "This Harmonic Consonance" etwas verschlafen, daher freue ich mich aktuell umso mehr auf "The Code Inherited". 


Und das Warten hat sich gelohnt. Denn im direkten Vergleich haben LANFEAR kompositorisch noch eine Schippe drauf gelegt. Klar benötigt auch "The Code Inherited" mehrere Durchläufe, um so richtig zu zünden, doch die progressiven Elemente lassen das Album mit jedem Durchlauf wachsen. Beginnen wir mit dem sehr melodischen "The Delusionist", welches nach einem keyboardlastigen Kurzintermezzo mit richtig fett Power aus den Boxen brettert. Besonders gelungen ist der Wechsel von Bridge zu Refrain. Das folgende "The Opaque Hourglass" ist der bisher reifste Song von LANFEAR und spielt nicht nur die nationale Konkurrenz problemlos an die Wand. Auch international müssen sich LANFEAR nicht mehr vor Größen wie FATES WARNING verstecken. Ja, LANFEAR sind endgültig in der Champions Liga angekommen. "Evidence Based Ignorance" kann das Niveau leider nicht ganz so hoch halten, dennoch dürften es 2016 viele Bands schwer haben diese Mixtur ähnlich stark hin zu bekommen. "The Code Inherited" ist mit über 10 Minuten Spielzeit das längste Stück in der Bandgeschichte, weist aber in meinen Ohren doch kürzere schwächere Momente aus. "Self-Assembled" bietet anschließend glücklicherweise wieder gewohnt starke Kost und überzeugt mit unvergesslichen Melodien sowie einer hammermäßigen Instrumentalleistung.  "Remain Undone" zählt für mich ebenfalls zu den Highlights des Albums, wogegen das abschließende fröhliche "Summer of 89" mit seinem reinen Melodic Metal, fast schon Hard Rock Touch etwas aus der Reihe fällt und stilistisch nicht wirklich zum Rest des Albums passt. 

Und doch ist "The Code Inherited" ein verdammt gutes Album geworden und wenn LANFEAR nicht endlich zumindest der nationale Durchbruch gelingt, dann läuft etwas gewaltig schief in Good Old Germany.

Markus


 

Samstag, 11. Juni 2016

Motörhead - Clean Your Clock (CD & DVD)

Band: Motörhead
Album: Clean Your Clock
Spielzeit: ca. 68min (CD)
Plattenfirma: UDR/Warner

Veröffentlichung: 10.06.2016
Homepage: www.imotorhead.com




Wertung: Historisches Dokument wenn auch traurig


Tracklist:

01. Bomber
02. Stay Clean
03. Metropolis
04. When The Sky Comes Looking For You
05. Over The Top

06. Guitar Solo 
07. The Chase Is Better Than The Catch
08. Lost Woman Blues

09. Rock It
10. Orgasmatron

11. Doctor Rock
12. Just ‘Cos You Got The Power
13. No Class 

14. Ace Of Spades
15. Whorehouse Blues

16. Overkill


Lemmy ist tot-lang lebe Lemmy. Und schon geht das Resteverwerten an könnte man mit spitzer Zunge behaupten. Das Jahr 2016 (Lemmy war ja leider schon 2015 dran) zeigt deutlich, dass auch die Legenden nicht unsterblich sind, denn die prominenten Todesfälle im Musikbereich sind heuer schon sehr heftig.
Ob es nun unbedingt angezeigt ist, eines der letzten Motörheadkonzerte aufgenommen 5 Wochen vor seinem Tod in Bild und Ton zu veröffentlichen soll nun nicht von mir moralisch bewertet werden. Fakt ist dass Lemmy todkrank gezeichnet sein Dng durchzieht und sicher nicht mehr die Energie an den Tag legt, wie zu seinen fitteren Zeiten. Aber auch das war klar. Ebenso wie die Tatsache dass man die alten Gassenhauer zu hören bekommt wegen denen jeder zu einem Motörheadkonzert pilgert.
Angereichert mit einigen Stücken des letzten Studioalbums bekommt der Fan ein kurzweiliges Livedokument vorgesetzt, dass sicherlich seine Daseinsberechtigung hat. Geplant war es ja noch zu Lebzeiten. Und sowohl Bild (der DVD) als auch Sound sind über alle Zweifel erhaben, und das obwohl das Konzert im soundmäßig eher berüchtigten Zenith in München mitgeschnitten wurde, wo schlechter, blecherner Sound aufgrund des Zuschnitts der Fabrikhalle regelmäßig an der Tagesordnung ist.
Zu den Songs muss man wohl nicht mehr viele Worte verlieren. Ein Klassiker reiht sich an den nächsten und auch ein paar spärliche neuere Songs werden eingestreut.

Lemmy war 5 Wochen nach diesen Konzert tot und zwangsläufig ist es ihm natürlich anzuhören dass er nicht mehr auf der Höhe ist und sich mehr oder minder durch die Show gequält hat. Er wollte ja einmal auf der Bühne sterben, weil das sein ein und Alles war und er bis zum Schluss Spass dran hatte auch wenn es ihm gesundheitlich hundeelend ging. Ich kann es mir bis heute nicht vorstellen, dass die Ärzte erst so spät feststellten, dass er total verkrebst war. 

Das Bilddokument auf DVD ist natürlich noch eine Spur schockierender. Da sieht man einen todkranken Mann auf der Bühne, der sich kaum bewegt aber immer noch versucht , so gut es geht, den zahlreichen Fans das zu geben wonach sie verlangen, nämlich eine Motörheadshow voll auf die Zwölf. Wer da aber nicht sieht, wie es um ihn stand, der ist blind oder will es nicht wahrhaben. Ob man das nun in epischer Breite vermakrten muss (mit dem üblichen Nuclear Blast Overkill mit Boxsets, coloured  Vinyl etc.) sei einmal dahingestellt. Manche würden Motörhead und Lemmy sicherlich lieber so in Erinnerung behalten zu Zeiten, als Lemmy noch fit war. So hab ich bei dem Ganzen doch etwas zwiespältige Gefühle. Auf der einen Seite ist es sicherlich ein bewegendes Abschiedsdokument, andererseits schon fast voyeuristisch, das mitanzusehen, so gut die Musik ist und die Band sich auch müht
Den Kauf muss jeder mit sich ausmachen. Es bleibt eine gute Motörhead-Show - mit einer Träne im Knopfloch und einem Kloß im Hals bei manchen Songs/Bildeinstellungen muss man als Hörer/Seher aber dennoch rechnen.

RIP Lemmy

Martin  

Sonntag, 29. Mai 2016

Those Black Marks - Darwinian


Band : Those Black Marks
Album : Darwinian
Spielzeit : 41:18 Min.
Plattenfirma : Oligarch
Veröffentlichung : 3.6.2016

Homepage : www.thoseblackmarks.com

Wertung : 8 von 10


Trackliste:

  1. Light And Sound
  2. Every Time 
  3. She Said 
  4. Take Me Away
  5. On And On
  6. Lost And Found
  7. Lookin' Out 
  8. Refrain 
  9. Saints And Satellites 
  10. Fish Out Of Water 
  11. Where Do We Run


Bis zum Olymp des Alternative Rock mag es noch ein wenig dauern für Those Black Marks aus Irland, doch deren Debutalbum Darwinian, welches Anfang Juni das Licht der Welt erblickt, verschönert mir bereits seit einigen Tagen die Zeit. Aus dem Land der Kleeblätter, Pubs und zahnlosen Rugbyspieler, um kurz in Klischees über dieses wundervolle Land zu verfallen, kommen nämlich neben U2, Thin Lizzy oder Rory Gallagher nicht nur Meilensteine der Rock-Historie, sondern auch Neulinge, die beweisen dass mit ihnen zu rechnen ist.

Sean Watmore (Gesang), Liam Redmond (Gitarre), Eamon Mc Evoy (Bass) und Daymo Moran (Schlagzeug) haben mit Darwinian eine tolle Platte am Start und ich darf allen junggebliebenen Rockfans unter Euch empfehlen, dort mal reinzuhören. Wer Bock hat, frischen, melodischen Hardrock mit Einflüssen der Smashing Pumpkins, Biffy Clyro oder Placebo anzutesten, ist mit dem kurzweiligen Album bestens versorgt.  

Man merkt der Platte kaum an, dass es sich um ein Erstlingswerk handelt, was sicher damit zu tun hat daß alle vier Mitglieder schon mehrerere Jahre Erfahrung in anderen Bands hinter sich haben. Die Black Marks joggen durch Darwinian, ohne abgehetzt zu wirken und hauen recht lässig einen Song nach dem anderen raus, man merkt den Jungs die Spielfreude förmlich an. Hinzu kommt daß es mit dem Zusammentreffen der Musiker offensichtlich geschafft wurde, die Kreativität zu bündeln: "...well, the Band have been together about a Year now as Those Black Marks, but all 4 Members were involved in other established Irish Bands in the last 10 Years such as the Scenes, Curtain Thieves and Saving J. All our other Bands had relative Success but this has been the first Time all 4 of us have been involved in something that has such a balanced creative Input", so Sänger Sean, der sich spontan bereit erklärte, mir ein paar Fragen zu beantworten.



An Selbstbewusstsein mangelt es der jungen Band übrigens nicht im Geringsten. Auf meine Frage, welche Ziele man sich für die Zukunft gesteckt habe, antwortet Sean: "The Goal for the Future is to break out of Ireland, starting with UK and European Tours, then getting into America and eventually after a lot of Work earning the Stadium and big Stage Shows we've all dreamed off since starting to play Music."

Mit She Said und Saints And Satellites hauen Those Black Marks denn auch zwei fantastische Ohrwürmer heraus, die der Band in ihrem Unterfangen nicht hinderlich sein dürften. Mein persönlicher Favorit ist allerdings das schnelle Everytime, das mich an die Oldenburger von Lee Jay Cop erinnert, deren Sound in der Tat eine gewisse Ähnlichkeit aufweist. Lookin' Out wäre ebenfalls ein Kandidat für einen knackigen Sampler, die Nummer treibt unaufhörlich nach vorne und zieht einen schüchternen Keyboardteppich hinter sich her, der der Nummer ein leichtes 80er Jahre Retro-Flair verleiht. Mir als Kind dieser Zeit gefällt sowas natürlich. 

Bei aller Freude über Those Black Marks und ihre ehrgeizigen Ziele bleibt es natürlich spannend, ob die Jungs die Hebel der schwierigen Musikindustrie in die richtige Richtung bewegen werden und ob der Geschmack der jüngeren Musikhörer im passenden Moment getroffen wird. An diesen unberechenbaren Umständen ist ja schon manch hoffnungsvolle Nachwuchsband gescheitert. Ich wünsche Sean und seinen Kumpels jedenfalls alles gute für die Zukunft, einen langen Atem und drücke die PLAY-Taste gerne noch einmal...


Bernd

    Omen - Hammer Damage

    Band: Omen
    Album: Hammer Damage
    Spielzeit: 44:43 min.
    Plattenfirma: Puresteel Records
    Veröffentlichung: 27.05.2015
    Homepage: www.facebook.com/omenofficial

    Wertung: 7 von 10



    Tracklist:

    01. Hammer Damage
    02. Chaco Canyon (Sun Dagger)
    03. Cry Havoc
    04. Eulogy For A Warrior
    05. Knights
    06. Hellas
    07. Caligula
    08. Era Of Crisis
    09. A.F.U.


    Im Grunde meines Herzens habe ich schon lange nicht mehr daran geglaubt, dass "Hammer Damage" der US Metal Legende OMEN tatsächlich noch das Licht der Welt erblickt. Geschlagene 13 Jahre sind vergangen, seit das Album zum ersten Mal angekündigt wurde. Die ständigen Gerüchte um Probleme taten ein übriges, dass für mich das Kapitel OMEN nach den drei grandiosen Frühwerken ("Battle Cry", "Warning Of Danger" und "The Curse") 1984-1986 und dem Ausstieg und viel zu frühen Tod des genialen Sängers J.D. Kimball geschlossen war. Nach dem in meinen Ohren missglückten Comeback-Versuch "Re-Opening The Gates" (1997) und dem nur leicht besseren "Eternal Black Dawn" (2003) beherrschten nun also 13 Jahre Gerüchte das OMEN Universum. Gut, live haben es die Mannen um Gitarrist Kenny Powell und den Langzeitsänger Kevin Goocher immer noch krachen lassen. 


    Doch genug der Vorrede, kommen wir zum neuen Material. Etwas sperrig und doch sehr metallastig (d.h. ohne OMEN typische epische Melodien) ballert der Opener "Hammer Damage" erstmal ein großes Fragezeichen in meine Ohren. Auch der ehrlich sehr sterile Drumsound trägt nicht zur Verbesserung meiner Laune bei. Wie kann man klassischen 80er Jahre NWOBHM US Metal mit solch einem Schlagzeugsound versehen? Keine Ahnung, was die Jungs da geritten hat. Glücklicherweise orientiert sich das folgende "Chaco Canyon" wieder stärker am traditionellen OMEN-Sound und doch vermisse ich die besonderen Momente, die die Alben mit J.D. Kimball am Mikro ausgezeichnet haben. Insgesamt aber ein recht guter Song. "Cry Havoc" hat bei mir auch wieder einige Durchgänge benötigt, zündet aber bis auf den Drumsound dann aber doch. Klassischer Stoff, wie ich ihn zumindest von OMEN hören möchte. 

    Noch besser ist dann das folgende "Eulogy For A Warrior", welches endlich die epischen melodischen Elemente ausspielt, die die Band für mich so besonders machten. Zum ersten Mal kommt so etwas wie Gänsehautfeeling auf. Jetzt kommt eh der stärkste Teil des Albums. Das nun folgende "Knights" galoppiert in bester "The Curse"-Manier und "Hellas" ist das ganz große Highlights des Albums und definitiv der beste OMEN Song der letzten 30 Jahre. Episch, wuchtig, mit tollen Melodien versehen und Kevin Goocher oder Matt Story (so ganz kriege ich nicht raus, wer von den beiden das eingesungen hat) beweist hier, dass er zu OMEN passt wie die Faust aufs Auge. Dieser Song treibt mir wahrhaftig ein paar Freudentränchen in die Augen.

    Was danach folgt, kann man aber wiederum getrost überspringen, denn "Caligula", "Era Of Crisis" und das strunzlangweilige Instrumentalstück "A.F.U." sind nicht mal Durchschnittsware, sondern einfach nur schlechte Stücke. Tja, das Warten hat sich also wohl nicht zu 100% gelohnt, da sich Licht und Schatten doch abwechseln. Neben dem miesen Drumsound und einigen Totalausfällen gibt es 3 richtig gute OMEN Stücke zu hören, wie wir sie schon lange nicht mehr gehört haben. Daher kann ich noch knappe 7 Punkte zücken.

    Markus 


     

    Sonntag, 8. Mai 2016

    Dust - Soulburst


    Band : Dust
    Album : Soulburst
    Spielzeit : 41:38 Min.
    Plattenfirma : Attitude Recordings
    Veröffentlichung : 20.05.2016
    Homepage : www.dustband.se

    Wertung : 6 von 10

    Trackliste :


    1. Sun Rising
    2. King Is Coming
    3. Come On !
    4. Waiting For You
    5. Bad Boy
    6. Free
    7. Soul Stealer
    8. Keltic Wheel
    9. Blind

    Die Stockholmer Hardrocker Dust packen Ende Mai ihr zweites Album, Soulburst in die Plattenregale. Der klassische 70er Jahre-Hardrock von Roger Solander (Lead-Gesang), Johan Niskanen (Gitarre und Gesang), Bernt Ek (Bass und Gesang) und Örjan Dr. Rock-Englin (Schlagzeug) hat natürlich auch heute noch viele Anhänger und dürfte Fans von Bad Company, Free oder Deep Purple erfreuen. Die Band indes wird sich aber wohl die Frage stellen müssen, ob Soulburst den eigenen Erwartungen gerecht wird. 

    Schlecht gemacht ist das Ganze zwar nicht, Roger Solander muss sich mit seinem kraftvollen Organ, welches ein wenig an Ronnie James Dio erinnert, keinesfalls verstecken. Auch die handwerklichen Fähigkeiten seiner Kollegen sind klasse, es mangelt in der Summe aber an herausragenden Songs bzw. deren Umsetzung. Die Bemühungen aller Beteiligter in Ehren, doch nach dem dritten, vierten Durchlauf fällt auf daß dem Ganzen der letzte Kick mangelt, der Platte fehlen diese "Scheisse wie geil !!!!!" - Momente. Herausragende Soli, Hooklines mit Wiedererkennungswert, coole Breaks...was auch immer, der berühmte Funke will einfach nicht auf mich überspringen.


    Schade, ob es nun der harte, rifflastige Opener Sun Rising oder das mit dem AC/DC / I Put The Finger On You Gedenkminuten-Intro versehene King Is Coming ist, im einzelnen funktionieren die Nummern, doch eben nicht in Albumlänge. Die Songs dümpeln zu eindimensional an mir vorbei und bleiben dementsprechend kaum im Ohr hängen. Da ist leider auch weder der Gesang noch einer der Mitmusiker herausragend genug, um die Rakete zu zünden. Ob ein cleverer Produzent etwas mehr hätte rausholen können, ich weiß ich nicht, fette Gitarrenriffs und präzise Drums allein machen es aber allein auch nicht aus.

    Im Grunde bleibt keiner der neun Songs nachhaltig im Ohr hängen, doch mit etwas gutem Willen lassen sich das mit einem Gitarrenriff aus der NuMetal Kiste und coolen Basslauf versehene Bad Boy (schönes Solo obendrein) und das treibend bluesrockende, an Robin Trower erinnernde Free als Reinhörtipps ausmachen. Soundtechnisch gibt es nix zu meckern, die Scheibe ist gut gemixt, die Bassdrum baut Druck auf und sämtliche Instrumente sind zu orten. Ich sag's nicht gern aber da hätte man wirklich mehr draus machen können. 

    Chance leider vertan.


    Bernd

    Freitag, 29. April 2016

    Virgin Steele - The House Of Atreus Act I & Act II (Re-Release)


    Band : Virgin Steele
    Album : The House of Atreus Act I & Act II
    Spielzeit : 194:19 Min.
    Plattenfirma : Steamhammer / SPV
    Veröffentlichung : 20.05.2016
    Homepage : www.virgin-steele.com

    Wertung : 8 von 10

     
    Trackliste : 

    Disc 1: Act I "Kingdom Of The Fearless (74:02)
    1. Kingdom Of The Fearless (The Destruction Of Troy)
    2. Blaze Of Victory (The Watchman's Song) 
    3. Through The Ring Of Fire
    4. Prelude In A-Minor (The Voyage Home)
    5. Death Darkly Closed Her Eyes (The Messenger's Song)
    6. In Triumph Or Tragedy
    7. Return Of The King
    8. Flames Of The Black Star (The Arrows Of Herakles)
    9. Narcissus
    10. And Hecate Smiled
    11. A Song Of Prophecy
    12. Child Of Desolation
    13. G Minor
    14. Day Of Wrath
    15. Great Sword Of Flame
    16. The Gift Of Tantalos
    17. Iphigenia In Hades
    18. The Fire God
    19. Garden Of Lamentation
    20. Agony And Shame
    21. Gate Of Kings
    22. Via Sacra

    Disc 2: Act II "Wings of Vengeance" (45:21)
    1. Wings Of Vengeance
    2. Hymn To The Gods Of Night
    3. Fire of Ecstasy
    4. The Oracle Of Apollo
    5. The Voice As Weapon
    6. Moira
    7. Nemesis
    8. The Wine Of Violence
    9. A Token Of My Hatred
    10. Summoning The Powers

    Disc 3: The By The Gods Suite (3-7), The Legends Suite (8-10), Bonus Tracks (74:56)
    1. Flames Of Thy Power (From Blood They Rise)
    2. Arms Of Mercury
    3. By The Gods - The By The Gods Suite
    4. Areopagos
    5. The Judgement Of The Son
    6. Hammer The Winds
    7. Guilt Or Innocence
    8. Anemone (Withered Hopes...Forsaken) - The Legends Suite
    9. The Waters Of Acheron
    10. Fantasy And Fugue In D Minor (The Deaths Of Orestes)
    11. Resurrection Day (The Finale)
    12. Gate Of Kings (Acoustic Version) - The "Magick Fire Music" EP
    13. Agamemnon's Last Hour
    14. Great Sword Of Flame (Alternate Version)
    15. Prometheus The Fallen One (Re-Mix)
    16. Flames Of The Power (From Blood They Rise) (Alternate Mix)
    17. Wings Of Vengeance (Alternate Mix)

    Was für eine Geschichte...Atreus und Bruder Thyestes streiten sich um die Herrschaft über die Mykene, eine der bedeutensten Städte des antiken Griechenlands. Atreus erhält die Macht und Thyestes betrügt ihn daraufhin mit der Frau des Bruders...der wiederum "revanchiert" sich während Thyestes' Abwesenheit mit der brutalen Ermordung dessen beider Söhne, die er ihm als Mahlzeit, dem "Thyestesmahl" serviert. Thyestes wiederum zeugt daraufhin ein Kind mit seiner eigenen Schwester. Ein inzestuöses Kind würde, so die Vorhersage eines Orakels, eines Tages den verhassten Bruder töten, was letztlich auch geschieht. Atreus' Söhne Agamemnon und Menelaos werden später Herrscher der Mykene bzw. König von Sparta und es wird fleissig weiter gemordet, intrigiert und massakriert...

    Virgin Steele aka David DeFeis liess es sich Anno 1999/2000 nicht nehmen, Teile dieser Geschichte in Form zweier prall gefüllter Alben zu vertonen. Ein Jahr zuvor war der Band immerhin mit Invictus ein Riesenerfolg gelungen, nachdem man trotz hervorragender Alben wie Noble Savage, Age Of Consent und vor allem den beiden Meisterwerken The Marriage Of Heaven And Hell Pt.1 und Pt.2 nicht den kommerziellen Durchbruch schaffte. 

    Bereits mit den Marriage-Alben flirtetet man ja schon sporadisch mit diesen Themen, doch mit Invictus (dem offiziell dritten Teil der Marriage-Alben) wandte sich David DeFeis  endgültig den Sagen und Mythologien der Antike zu. Der konzeptionellen Ausrichtung der Band stand allerdings auch eine musikalische Veränderung gegenüber, die nicht allen Fans zusagte. Bis dahin waren noch stets klassische Metalsongs mit Ohrwurmcharakter und DeFeis' Falsettgesang Mittelpunkt der Virgin Steele-Musik. Jetzt wendete sich das Blatt zunehmend Richtung Metal-Hörspiel mit zunehmendem Sprechgesang, Stakkatodrums und Endlos-Doublebass. Auch die vielen Intros und Outros konnten wohl nicht jeden Hörer begeistern. 

    Aber, Virgin Steele zeigten es im September 1999 noch mal allen und legten mit dem ersten Teil der "Romantic-Barbaric Opera" einen echten Klassiker der Bandgeschichte, quasi eine Metal-Oper vor. Im Herbst 2000 sollte der zweite Akt folgen und eine mehr oder minder erfolgreiche Ära beschließen


    The Destruction Of Troy, The Arrows Of Herakles, Iphigenia In Hades oder Agamemnon's Last Hour, all diese Songtitel nehmen direkten Bezug auf die Geschichte der Kriege und Schlachten, Gottheiten und Herrscher dieser Zeit, verpackt in das musikalische Metal-Gewand eines David DeFeis, der bereits in jungen Jahren von diesen Themen begeistert war und es dank klassischer Ausbildung musikalisch umsetzen konnte. Die Faszination für diese Themen ging im Resultat so weit daß DeFeis in Zusammenarbeit mit Walter Weyers, Regisseur und Intendant des Landestheaters Schwaben 1999 eine echte Heavy Metal-Oper namens "Klytaimnestra oder Der Fluch der Atriden" in Memmingen aufführte. Somit darf vorliegender Re-Release als Höhepunkt dieser Umsetzung angesehen und von Fans mit Interesse an solchen Themen Jahre nach seiner Erstveröffentlichung nochmals genossen werden. Hier ein Link zur damaligen, knappen TV-Berichterstattung klick.

    Beide Alben enthalten tolle Songs, die mich noch immer faszinieren. Das sanfte, hymnenhafte Moira, das rifflastige Metalbrett Through The Ring Of Fire oder die unbedingt im Zusammenhang zu hörenden Garden Of Lamentation und Agony And Shame dürfen, sorry...müssen als Klassiker der Band bezeichnet werden, die auch Jahre später noch voll überzeugen. Mit dem Child Of Desolation flirtet DeFeis dann nochmal mit der Marriage-Saga

    Mich persönlich haut die Neuauflage aber nicht wirklich vom Hocker. Die Anschaffung lohnt sich für Neueinsteiger, die sich erstmals mit dem Thema beschäftigen möchten, hat aber ausser der Hinzunahme der Magick Fire Music EP, die Re- und Alternativmixes einiger Songs enthält, keinen Mehrwert zu bieten. Wer die Original-Alben also schon hat muss nicht unbedingt zugreifen. Einen klanglichen Unterschied zu den bereits sehr gut abgemischten Originalen kann ich ebenfalls nicht ausmachen, insofern ist das Ganze für mich als langjährigen Anhänger der Band eher uninteressant. 

    Trotzdem, The House of Atreus Act I & Act II ist und bleibt ein wichtiger Meilenstein in der Bandgeschichte und somit gibt es auch heute von mir verdiente acht Punkte.

    Bernd